Impulse zur Fastenzeit

von Pfarrer Thomas Schulz

Zum zweiten Fastensonntag

Lieben Sie auch das Bergsteigen? Ich finde es immer wieder faszinierend, wenn ich auf dem Gipfel eines Berges stehe und dann in die Weite schaue. Ob das auch ein Grund ist, warum in der Bibel die Berge besondere Orte der Gotteserfahrung sind?

Auch im Evangelium dieses Sonntags ( Mk 9,2-10) wird uns ein einmaliges Gipfel-Erlebnis  von 3 Jüngern  geschildert. Sie erleben, dass Jesus auf dem Gipfel eines hohen Berges auf einmal hell leuchtet und mit Mose und Elija spricht, zwei Schlüsselgestalten, die beide auf einem Berg die Nähe Gottes erfahren haben, aber auch lange und steinige Wege in den Niederungen des Alltags kannten. Doch erst als eine Wolke alles überschattet, bekommen die drei Jünger die Deutung des lichtvollen Erlebnisses. Zusammen mit der Aussage Jesu beim Abschied vom Gipfel heißt das: Der Weg zum ewigen Licht von Ostern führt durch manche dunkle Stunde von Leiden und Sterben, aber am Ende steht das Licht!

Und ich frage mich, was mir das in dieser Zeit sagen will, in Zeiten der Krise, wo es hier und da mal Lichtblicke gibt, aber auch so manche Schattenseite auszuhalten ist, wo es so viele Leidens-Erfahrungen von Menschen gibt? Ob es Zufall ist, dass die Kirche an diesem Sonntag der Opfer der Corona-Krise gedenkt?

Eine gesegnete 3. Fastenwoche, in der Gott in Licht und Schatten bei Ihnen ist wünscht Ihnen Ihr Pastor Thomas Schulz

Zum ersten Fastensonntag

Liebe Mitchristen,

wie schnell sich eine Situation verändern kann, haben wir in den letzten Tagen gesehen.  Ein Wochenende lang hat es geschneit und die Landschaft ist nicht wiederzuerkennen. Und weil der Verkehr nicht rollt, müssen viele Pläne verändert werden. Ich dachte am Ziegenbock-Montag: „Gut, dass die Karnevalisten schon seit langem wissen, dass der Zug wegen Corona ausfällt, sonst hätten sie jetzt von einem Tag auf den anderen die Veranstaltung wegen des Wetters absagen müssen und all die viele Vorbereitung wäre umsonst gewesen.“ Karneval fällt dieses Jahr weitgehend aus und so ist die Veränderung von den Karnevalstagen zur Fastenzeit diesmal nicht so heftig.

Auch die Fastenzeit will Veränderung: Wir sollen umkehren, also Wege verlassen, die vielleicht bequem, aber nicht zielführend sind und uns auf Wege zum Leben, auf Wege zum Nächsten, auf Wege zu Gott begeben. Man kann dazu Verzicht üben, man kann aber auch auf andere Weise sein Verhalten etwas verändern, z. B.  umweltgerechter und nachhaltiger einkaufen und leben oder sich bewusst mehr Zeit nehmen für andere Menschen oder für Meditation und Gebet. Mit zahlreichen auch neuen Formen von Gottesdiensten laden wir sie dazu ein in dieser Fastenzeit.  Den Höhepunkt- oder Ziel-Punkt aller Veränderung bilden die Kar- und Ostertage, wo wir feiern, dass Gott verwandelnd verändert, sogar im Tod neues Leben entstehen lässt. Um zu begreifen, was das bedeutet, machen wir uns am Aschermittwoch bewusst, dass wir vergänglich sind, vergänglich wie das Holz des Baumes, das im Feuer zur Asche wird. Ich wünsche Ihnen, dass wir in der Fastenzeit heilsame Veränderung   zum Guten erfahren, nicht nur was die Corona-Situation angeht, aber da auch.  In diesem Sinnen wünsche ich Ihnen im Namen des gesamten Seelsorge-Teams eine gesegnete Fastenzeit.                                          

Ihr Pastor Thomas Schulz

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