Als Familie Ostern feiern

Von Palmsonntag bis Ostern finden Sie hier Impulse für Familien, die zu Hause das Osterfest gestalten wollen.

Podcast frohundmunter

Corona-Ostern heißt die neuste Folge vom Podcast frohundmunter, dem Podcast für Eltern aus der kirchengemeinde St. Nikolaus Münster. Pastoralreferent Richard Schu-Schätter unterhält sich mit seiner Kollegin aus Warendorf über die Frage, wie Eltern mit Kindern in der Corona-Zeit Ostern feiern können.

Palmsonntag – jubeln!

Als Jesus in Jerusalem einzieht, jubeln die Menschen ihn zu. Wie einen König begrüßen sie ihn und viele wollen auch, dass er der neue König wird. Er hat mit einer wundersamen Brotvermehrung viele Menschen satt gemacht, er hat Kranke geheilt, hat Menschen, die auf der schiefen Bahn waren geholfen und er hat so wunderbare Dinge über Gott und die Menschen und die Kraft der Liebe gesagt.

In den letzten Wochen wird Pflegekräften, VerkäuferInnen und anderen Menschen von balkonen aus zugejubelt. Sie sorgen dafür, dass trotz aller Einschränkungen das Leben weiter funktioniert.
Wie wäre es, wenn ihr heute mal Euch in der Familie zujubelt. Ein Applaus für jeden von Euch. Verbunden mit dem Dank für etwas, was er in der letzten Zeit besonders gut gemacht hat.

Gründonnertstag – ein Festmal halten

Das letzte Abendmahl, das Jesus mit seinen Jüngern gegessen hat, war zugleich das festliche Paschah-Mahl, mit dem die Juden an die Befreiung aus der Sklaverei erinnern. Für uns Christen ist es die allererste Eucharistie. „Nehmt und esst alle davon, das ist mein Leib, der für Euch hingegeben wird. – Tut dies zu meinem Gedächtnis“ Jesus will uns ganz nahe sein. Deswegen feiern wir normalerweise jeden Sonntag Eucharistie mit Brot und Wein.

Wir glauben aber auch, dass er immer bei uns ist „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ Am heutigen Abend könnt ihr ja mal ein festliches Abendessen veranstalten. Was gehört für Euch dazu? Blumen? Kerzen? Tischdecke? Welches Essen und welche Getränke? Vielleicht deckt ihr einen zusätzlichen Platz ein, als Zeichen, dass Jesus auch bei Euch willkommen ist. Bevor Jesus mit seinen Jüngern gegessen hat, hat er ihnen die Füße gewaschen. Vielleicht wascht Ihr euch heute Abend mal vor dem Essen gegenseitig die Hände (und wenn ihr mögt auch die Füße) und achtet mal besonders beim Essen darauf, dass jeder den anderen bedient.

Karfreitag: Kreuzverehrung

Der Tag, an dem Jesus gestorben ist, ist für uns Christen ein stiller Tag. Viele verzichten heute besonders auf Essen, Musik, Tanz, Fernsehen, oder andere Dinge. Normalerweise wird um 15 Uhr, also zu der Zeit, zu der Jesus gestorben ist, in allen Kirchen ein Gottesdienst gefeiert, bei dem es ganz anders zugeht als sonst: Es gibt keine Orgelmusik, es wird vorgelesen, wie Jesus gestorben ist. Außerdem werden 10 große Fürbitten für die wichtigsten Anliegen in der weltgesprochen und ein verhülltes Kreuz wird enthüllt und alle kommen nach vorne und verbeugen sich vor dem Kreuz.

Schau doch mal, ob Ihr auch ein Kreuz zu Hause habt. Vielleicht bekommt es heute bei Euch einen besonderen Platz: Ihr könnt auch Blumen oder ein Kerze und eine Bibel dazustellen und vor dem Kreuz mit einem Vater unser und einer Verbeugung eine kleine Kreuzverehrung zu Hause machen.

Wenn ihr mögt, macht ein Foto von eurem Kreuz und sendet es an schu-schaetter-r@bistum-muenster.de. Auf unserer Internetseite wird es am Karfreitag eine virtuelle Kreuzausstellung geben, bei der Menschen ein Kreuz zu Hause fotografiert haben.

Karsamstag: Osterlicht wichteln

Die Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag ist für uns Christen eine ganz besondere Nacht. Eigentlich am frühen Morgen, kurz vor Sonnenaufgang (in vielen Gemeinden aus praktischen Gründen am späten Abend) wird zu beginn der feierlichen Osternacht die große Osterkerze an einem Feuer entzündet und in die dunkle Kirche hineingetragen. Das Licht der Kerzen erinnert uns daran, dass Jesus alle Dunkelheit besiegt, auch die Dunkelheit des Todes. In der Kirche werden dann weitere Kerzen entzündet und das Licht an alle weiter gegeben, die eine Kerze in der Hand halten.

Vielleicht hast Du ja Lust, anderen eine Freude zu machen und ein kleines Osterlicht zu basteln.

Nimm dazu einfach ein altes Marmeladenglas wasche es aus und entferne das Ettikett. Dann kannst Du es entweder bemalen oder aber mit bunten Papier bekleben. – Vieleicht hast Du ja Lust dein Osterlicht mit den Symbolen, die auch auf der Osterkerze sind zu verzieren. Die beiden grieschichen Buchstaben Alpha und Omega wollen sagen, Dass Gott der Anfang und das Ende ist. Die Jahreszahl sagt uns, dasss er auch heute bei uns ist und das Kreuz erinnert uns, dass er für uns gestorben und auferstanden ist.

Aber vielleicht fallen Dir auch noch andere Symbole ein, die zum Osterfest passen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Am Ende noch ein Teelicht in das Glas und mit einem kleinen Ostergruß kannst Du es Euren Nachbarn vor die Tür stellen.

Ostersonntag: Osterlachen

Wir feiern, dass Jesus von den Toten auferstanden ist. Die Frauen, die zum Grab kommen, entdecken, dass das Grab leer ist. Jesus begegnet ihnen und sie erzählen es den anderen Jüngern. Vielleicht habt Ihr ja eine Bibel zu Hause und lest nocheinmal nach, wie Jesus auferstanden ist. (oder Ihr schaut einfach hier: (https://www.bibleserver.com/EU/Johannes20) Für die Menschen ist es wirklich ein Grund zur Freude, dass Jesus auferstanden ist und seine Liebe stärker als der Tod ist. Und stärker auch als alles andere, was uns Angst macht.

Um der Freude Ausdruck zu verleihen, war es vor allem im Mittelalter Brauch, dass in der Predigt der Pfarrer mit einem Witz versuchte, die Menschen zum Lachen zu bringen. Wie wär´s, vielleicht ist ja heute ein passender Tag, dass Ihr Euch in der Familie mal lustige Witze erzählt und gemeinsam herzhaft lacht?

https://www.youtube.com/watch?v=xL6EYH2pzvg&feature=youtu.be
Die Ostererählung Ein Bilderbuch von rainer Oberthür gelesen und gezeigt vom Autor

Ostermontag: Emmausgang

„Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er mit uns sprach? So sagt ein Jünger zu dem anderen, als ihnen klar wurde, dass Jesus auf ihrem ganzen Weg von Jerusalem nach Emmaus bei Ihnen war.

Während ihres Weges haben sie gar nichts verstanden. Ganz traurig sind sie aus Jerusalem aufgebrochen. Jesus war Tod, dabei hatten sie doch so sehr gehofft, dass er alle retten würden. Und die Gerüchte, dass er auferstanden ist, können sie nicht glauben. Unterwegs erzählen sie alles einem Fremden. Der geht mit ihnen, erklärt ihnen warum Jesus sterben musste. Und sie raffen einfach nicht, dass es Jesus ist, der mit Ihnen spricht. Abends laden sie ihn ein, mit ihnen zu essen und erst jetzt, als er das Brot durchbricht, wie er es beim letzten Abendmahl gemacht hat, da verstehen sie es. Aber er ist schon wieder weg.

Macht einen Emmausgang
Es ist eine alte Tradition sich am Ostermontag, wie die zwei Jünger auf den Weg zu machen. Vielleicht habt Ihr ja auch Lust auf einen Familien-Spaziergang. Nehmt ein Stück Brot oder ein paar Kekse mit. Und redet wie die Jünger, über das, was ihr erlebt habt. Corona hat das Leben ja ganz schön verändert. Was fehlt Euch, was macht Euch traurig? Aber auch: Was waren in den letzten Tagen und Wochen die schönsten Erlebnisse, was hat Euch gut getan? Vielleicht entdeckt Ihr ja auch, dass Jesus die ganze Zeit bei Euch war.

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