Ralf Bisselik

Ralf Bisselik

Ralf Bisselik, Diakon

Diakon mit Zivilberuf
Email: bisselik-r@bistum-muenster.de

Aufgaben: Flüchtlingsarbeit

http://fluechtlingshilfe.st-nikolaus-muenster.de/

Hinter jedem Christ steht bekanntlich eine Glaubensgeschichte. Was mögen Sie uns über Ihre Herkunft und Ihren Weg zum Diakonenamt erzählen?

Vor ungefähr zwei Jahren sind wir, meine Frau und unsere jüngste Tochter, beruflich bedingt nach Münster-Wolbeck gezogen. Unsere beiden Großen standen zu dem Zeitpunkt bereits auf eigenen Füßen bzw. mussten es seitdem. Bis dahin war achtundvierzig Jahre lang Emmerich am Rhein unsere Geburts- und Heimatstadt.
In der dortigen Gemeinde Hl. Geist (später mit drei weiteren Gemeinden fusioniert zu St. Christophorus) bin ich groß geworden und habe dort eine typische „katholische Karriere“ gemacht. D.h. Messdiener, Gruppenleiter und Chef der Leiterrunde, Lektor und Kommunionhelfer, PGR-Mitglied und schließlich Kirchenvorstand waren die Stationen im Laufe der Zeit. Einige Jahre habe ich zudem im Sommer Ferienlager der Gemeinde in Südtirol für Kinder und Jugendliche geleitet. So konnte ich im Gemeindeleben viele Erfahrungen sammeln, Glauben leben, erfahren und weitergeben. Auch alle Seiten einer Fusion habe ich dort kennengelernt. In achtzehn Jahren Vorstandsarbeit in einer Schützenbruderschaft war es mir auch ein Anliegen, deutlich zu machen, dass das Schützenleben nicht nur aus Feiern, sondern auch aus gelebter Nächstenliebe und gelebtem Glauben besteht.
Über viele Jahre habe ich mich mit dem Gedanken über meine „Berufung“ beschäftigt. Unterstützt auch durch einige Weggefährten, die im pastoralen Dienst tätig sind bzw. waren, habe ich dann 2008 gemeinsam mit meiner Familie die Entscheidung getroffen, mich auf den Weg zu machen und die Ausbildung zum „Ständigen Diakon mit Zivilberuf“ zu beginnen. Auch dieser Glaubens-Weg der vergangenen vier Jahre mit vierzehn weiteren Männern haben mir viele neue und wertvolle Erfahrungen gebracht.

Gibt es ein Zitat aus der Bibel, oder einen theologischen Leitspruch, der für Ihren Glaubensweg eine besondere Rolle spielt?

Da möchte ich den Blick gerne in die Zukunft richten und unseren Weihespruch bemühen: „Schenke Deinem Diener ein hörendes Herz“ (1 Kön. 3,9). Dieser doch recht kurze Spruch, hat für mich aber viele Facetten. Zwei davon möchte ich hier kurz herausstellen. Zum einen: Alles was wir können und was wir tun wird uns von Gott „geschenkt“. Ohne ihn geht es nicht. Darum dürfen und müssen wir ihn auch immer wieder neu bitten. Zum anderen: „ein hörendes Herz“: Aufmerksames Hinschauen aber auch Hinhören und das nicht nur mit dem Ohr, sondern mit dem ganzen Herzen, dies kennzeichnet den Dienst des Diakons.

In welchen Bereichen Ihrer seelsorgerischen Aufgaben steckt bei Ihnen besonders viel Herzblut?

Seelsorge an sich ist für mich ja nun ein neues Feld. Gerade aber die schwierige Zeit für Kirche und auch für den Glauben heute ist für mich Motivation, Kirche ein Gesicht zu geben und diejenigen, die am Rande unserer Gesellschaft, aber eben auch oft unserer Kirche stehen, wieder dazu zu holen. Für andere da sein, zuhören und wenn notwendig für Hilfe sorgen, das entspricht dabei wohl auch meinen Fähigkeiten. Auch halte ich es für wichtig, den Glauben wieder zum Gesprächsthema zu machen. Wie das konkret werden kann, wird sich sicherlich in den ersten Monaten meines Dienstes in Abstimmung mit Pfarrer Hagemann aber auch den anderen Diakonen noch zeigen.

 

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